Studie Vermögensverwalter (29.09.2008)

Ausgezeichnete Beratung, aber teilweise mangelhafte Anlagevorschläge

Das Deutsche Institut für Service-Qualität testete 26 führende Vermögensverwalter bezüglich ihrer Beratungskompetenz und Dienstleistungsqualität. Auf der Basis von Testberatungen und daraus resultierenden Anlagevorschlägen wurden Deutschlands beste Vermögensverwalter ermittelt. Die vorgelegten Portfolios wurden vom Institut für Quantitative Finanzanalyse (IQFin) analysiert.

Bester Vermögensverwalter 2008 ist Fürst Fugger Privatbank. Die Bank erstellte den besten Anlagevorschlag und erhielt als einziger Vermögensverwalter dafür die Note „sehr gut“. Der zweite Platz ging an Hamburger Sparkasse gefolgt von LGT Bank, die das beste Beratungsgespräch bot.

Überzeugend präsentierten sich die Vermögensverwalter im Bereich Servicequalität, besonders in den Beratungsgesprächen. Bis auf zwei Anbieter erhielten die Institute mindestens die Note „gut“. Acht Vermögensverwalter erzielten das Urteil „sehr gut“ und sogar neun wurden mit „ausgezeichnet“ beurteilt. Allein die Tatsache, dass drei Viertel der Gespräche durch mindestens zwei Berater geführt wurde, zeigt den im Vergleich zum Retail-Banking deutlich höheren Einsatz der Vermögensverwalter.

Anders bei den Anlagevorschlägen. Neben einem „sehr guten“ und fünf „guten“ Anlagevorschlägen wurden acht der eingereichten Angebote mit „mangelhaft“ bewertet. Letzteren mangelte es vor allem an der plausiblen Darstellung von Renditeziel und Risiko sowie einer sinnvollen Portfoliostruktur. Es überraschte, welche Bandbreite zu beobachten war: Neben maßgeschneiderten und hervorragend zusammengestellten Portfolios wurden auch unzulänglich aufbereitete Unterlagen sowie Standardbroschüren eingereicht. Bei knapp einem Drittel der Anlagevorschläge mangelte es an Individualität. Bemerkenswert ist, dass der besonders im Private Banking viel gepriesene ganzheitliche Beratungsansatz nur bei gut der Hälfte der Vermögensverwalter erkennbar war. Gerade aufgrund der aktuellen Entwicklungen bei der Erbschaftssteuer und der bevorstehenden Abgeltungssteuer musste in diesen Punkten mehr von den Vermögensspezialisten erwartet werden.

Erfreulich war dagegen die im Vergleich zur Vorjahresstudie deutlich verbesserte Kostentransparenz. Dies geschah jedoch nicht freiwillig: Am

1. November 2007 trat in Deutschland die EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID) in Kraft. Sie verpflichtet Finanzinstitute unter anderem dazu, Provisionen und Gebühren im Zusammenhang mit Wertpapiergeschäften transparent auszuweisen. Offensichtlich haben immer noch nicht alle Vermögensverwalter die Umsetzung der Richtlinie verinnerlicht: Ein Fünftel der untersuchten Anbieter machte keine oder nur sehr dürftige Angaben zu Kosten und Gebühren.


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Ergebnistabelle
Gesamtergebnis Vermögensverwalter 2008 (von 26 getesteten)

Unternehmen Rang
Fürst Fugger Privatbank 1
Hamburger Sparkasse 2
LGT Bank 3
HSBC Trinkaus & Burkhardt 4
Weberbank Actiengesellschaft 5
Hauck & Aufhäuser Privatbankiers 6
Bremer Landesbank 7
Credit Suisse Deutschland 8
BHF-Bank 9
Berenberg Bank 10

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